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Jugendthemen

Geschlechtsspezifischer Sport - Jungen in der Welt des Sports

Sport ist vor allem charakterisiert durch Kampf, Einsatz, Risiko und Härte. Im Sport gibt es geschlechtsspezifische Differenzierung, die ein getrenntes Sporttreiben und unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe für die jeweiligen Leistungen zur Folge hat. Die Entwicklung von typischen Männer- und Frauensportarten geht damit einher.

Heutzutage stellt sich die Frage, warum einerseits Frauen zwar in den tradierten Männersportarten Zugang suchen, und warum andererseits Männer beispielsweise nicht an Rhytmischer Sportgymnastik interessiert sind. Die Antwort hängt eng mit einer erhofften Aufwertung der Frauen bzw. mit einer befürchteten Abwertung der Männer zusammen.

Bewegung und sportliche Aktivitäten spielen eine wichtige Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Dabei gibt es Besonderheiten in der Selbstwahrnehmung der Jungen. Sie lernen ihren Körper zu benutzen und einzusetzen, der Körper wird als Kraftquelle und Leistungsträger verstanden. Ein instrumentelles Körperbild und ein damit einhergehender rücksichtsloser Umgang mit dem eigenen Körper aufgrund einer mangelnden Körperwahrnehmung führen dazu, dass Männer und Jungen besonders risiko- und krankheitsbelastet sind. Statistiken führen auf, dass Männer/Jungen achtmal mehr hyperaktiv sind, viermal mehr stottern, zweimal mehr Asthamtiker bzw. Bettnässer sind als Frauen/Mädchen. Hier ist die Jungenarbeit im Sport gefragt.

Wie könnte eine Jungenarbeit im Sport aussehen?

Die Realität!? - Da ist der Trainer oder Übungsleiter, der mit markigen Sprüchen die Jungen antreibt. Von "spuren" und "mitziehen", "allein die Leistung zählt", "bis zum Schluss durchziehen", "sei kein Waschlappen", "wer zickt, läuft eine Runde" und "wer quatscht und nicht bei der Sache ist, kann direkt gehen".
Die Alternative!? - Jungen tanzen, lernen jonglieren, sich zu entspannen und vieles mehr.
Hierbei geht es um die Erweiterung des vorherrschenden Sportverständnisses durch Vermittlung von vielfältigen und ganzheitlichen neuen Erfahrungen.
Jungenarbeit im Sport bedeutet für den Trainer oder Übungsleiter im Kontakt mit den Jungen umzugehen, die Jungen wahrzunehmen, wie sie sind und was gerade "angesagt" ist: Das heißt u.a.:

  • ihnen Halt und Struktur zu geben,
  • ihnen Mitbestimmung und Mitgestaltung zu ermöglichen,
  • sie zu unterstützen und Schwächen zuzulassen,
  • persönliche Auszeiten zu akzeptieren, nicht nur an Ergebnissen zu kleben.

Um auf diesem Gebiet Erfahrungen zu sammeln, bietet die Sportjugend NRW jährlich eine Erlebniswoche für 50 Jungen an.
Kommentar eines Teilnehmers: "In der sportlichen Erlebniswoche für Jungen haben wir auch die anderen Seiten kennen gelernt: Action beim Schmugglerspiel, Fun im Schwimmbad, andächtiges Lauschen beim Geschichten vorlesen. Wir haben mit Feuer rumgekokelt bei der Nachtwanderung. Außerdem haben wir über uns als Jungen und zukünftiger Männer nachgedacht sowie jede Menge vielfältige Sporterfahrungen gesammelt. Es war toll."

Quelle: Das Magazin "Wir im Sport", Hrsg. Landessportbund NRW e.V.

Hier finden Sie Broschüren, Infopapiere und andere Informationen.

Wie funktioiert die Sportförderung in Deutschland?

Eine kleine Link-Übersicht für Sportinteressierte